Medizinisches Cannabis wird heute bei einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt. Grundlage dafür ist die Wirkung der Cannabinoide auf das Endocannabinoid-System und andere Rezeptorsysteme im Körper.
Indikationsgebiete
In Deutschland ist medizinisches Cannabis unter anderem für folgende Indikationen zugelassen:
- Chronische Schmerzen (neuropathisch, nozizeptiv)
- Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie
- Multiple Sklerose (spastische Symptome)
- Appetitlosigkeit bei schweren Erkrankungen
- Tourette-Syndrom
Applikationsformen
Je nach Indikation und Patientenpräferenz stehen verschiedene Darreichungsformen zur Verfügung:
Inhalation
Die Inhalation über einen Vaporisator (Verdampfer) ermöglicht eine schnelle Wirkung innerhalb weniger Minuten. Die Bioverfügbarkeit liegt bei 10–35 %. Diese Methode eignet sich besonders für akute Beschwerden.
Oral (Öl, Kapseln)
Cannabisöle und Kapseln haben eine verzögerte Wirkung (1–3 Stunden), wirken dafür aber länger (4–8 Stunden). Die Dosierung ist präziser kontrollierbar.
Wichtig: Die Dosierung sollte immer nach dem „Start low, go slow”-Prinzip erfolgen und ärztlich begleitet werden.
Dosierungsempfehlungen
| Phase | THC-Gehalt | Frequenz |
|---|---|---|
| Einleitung | 1–2,5 mg | 1× täglich abends |
| Aufbau | 2,5–5 mg | 1–2× täglich |
| Erhaltung | Individuell | Nach ärztlicher Vorgabe |
