Dunkelgrüne, teils violett schimmernde Blüten, dicht mit Trichomen überzogen und durchzogen von rostroten Blütenhaaren: Black Russian sieht schon rein optisch aus wie eine klassische Indica, und genau das ist sie auch weitgehend. Die Indica-dominante Sorte (in Teilen der Literatur sogar als reine Indica geführt) ist für ihre süß-erdige Geschmacksnote mit fruchtigen und leicht würzigen Untertönen sowie ihre tief entspannende, schläfrig machende Wirkung bekannt. Je nach Hersteller-Variante liegt der THC-Gehalt zwischen 21 und 22 Prozent, CBD spielt mit rund 1 Prozent praktisch keine Rolle. In der breiteren Cannabis-Literatur schwankt die angegebene THC-Spanne deutlich stärker und reicht von etwa 15 bis 24 Prozent, ein Hinweis darauf, wie sehr Potenz und Klassifizierung je nach Phänotyp, Anbau und Quelle variieren können.
Black Russian Steckbrief
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Kategorie | Indica-dominant (teils auch als reine Indica geführt) |
| THC-Gehalt | 21–22% (eigene Varianten), Literatur ca. 15–24% |
| CBD-Gehalt | ca. 1% |
| Dominantes Terpen | Beta-Caryophyllen |
| Weitere Terpene | Myrcen, Terpinolen bzw. Limonen |
| Genetik | Black Domina x White Russian (White Russian: White Widow x AK-47) |
Aussehen und Wuchs
Black Russian bildet kompakte, dichte Blüten bei eher kurzem, buschigem Wuchs mit geringem Blattanteil zwischen den Blütenständen. Die Blätter und Kelchblätter zeigen typischerweise dunkelgrüne bis olivfarbene Töne, teils mit violetten Schattierungen, die je nach Phänotyp und Anbaubedingungen unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Dazu kommen zahlreiche orange- bis rostfarbene Blütenhaare, die sich deutlich vom dunklen Blattgrün abheben.
Ein dichter, frostig wirkender Trichombelag verleiht den Blüten ein glänzendes, harzreiches Erscheinungsbild, das die Sorte auch für die Herstellung von Konzentraten interessant macht. Insgesamt wirkt die Blütenstruktur eher fest und schwer als locker, typisch für Indica-geprägte Genetiken.
Genetik: Black Domina trifft White Russian
Black Russian geht auf eine Züchtung von Delicious Seeds zurück. Sie ist eine Kreuzung aus Black Domina, einer für schnelle Blüte und hohen Harzertrag bekannten Indica-Linie, und White Russian, die ihrerseits aus White Widow und AK-47 hervorgegangen ist. Damit vereint Black Russian genetisch die Eigenschaften von drei bekannten Elternsorten, darunter auch die weit verbreitete White Widow. Von Black Domina sollen der hohe Harzertrag und die kompakte Wuchsform stammen, White Russian steuert zusätzliche Potenz und eine kurze mentale Klarheit zu Wirkungsbeginn bei.
Bei der Einordnung als Sortentyp gehen die Angaben auseinander. Ein Teil der Literatur führt Black Russian als reine Indica mit einem Indica-Anteil von rund 80 Prozent, andere Quellen sprechen von einem Indica-dominanten Hybrid im Verhältnis von 70:30 bis 80:20. Da der Sativa-Einfluss in jedem Fall gering bleibt, wird die Sorte hier einheitlich als Indica-dominant eingeordnet.
Black Russian gilt zudem als Elternsorte weiterer, seltener anzutreffender Kreuzungen, was für eine gewisse Verbreitung in der Zucht-Community spricht. Für medizinisches Cannabis relevant ist vor allem, dass die Genetik über mehrere Hersteller hinweg vergleichsweise konstante Cannabinoid-Werte liefert. Einzelne Chargen und Erntejahrgänge können sich dabei trotzdem in Nuancen unterscheiden.
Wirkung und Geschmack von Black Russian
Konsumierende beschreiben bei Black Russian überwiegend eine tief entspannende, körperbetonte Wirkung, die häufig in eine angenehme Schläfrigkeit übergeht. Manche Berichte erwähnen zu Beginn einen kurzen, sanften mentalen Auftrieb und ein gehobenes, euphorisches Gefühl, bevor die sedierende Seite der Sorte in den Vordergrund tritt. Diese Kombination gilt als typisch für Indica-dominante Sorten und wird meist für den Abend empfohlen.
Wie stark und wie schnell die Wirkung eintritt, hängt von Dosierung, individueller Verträglichkeit, Konsumform und der jeweiligen Produktvariante ab. Gerade bei den höher dosierten Varianten um 22 Prozent THC empfiehlt sich ein vorsichtiger Einstieg. Auch die Tageszeit spielt eine Rolle, da die sedierende Wirkung bei manchen Anwendern bereits am frühen Abend spürbar wird.
Black Russian wird meist als süß und erdig beschrieben, mit fruchtigen Untertönen von Beeren, Zitrus und teils tropischen Noten sowie einer leicht bonbonartigen Süße. Manche Beschreibungen heben zusätzlich eine würzige, fast pfeffrige Komponente im Abgang hervor. In der Produktdatenbank ist Beta-Caryophyllen als am häufigsten angegebenes dominantes Terpen verzeichnet, das für ebendiese würzig-pfeffrige Note mitverantwortlich ist.
In der weiteren Literatur werden daneben regelmäßig auch Myrcen (erdig-moschusartig) und Terpinolen beziehungsweise Limonen (frisch-zitrusartig) als prägende Terpene genannt. Welches Terpen im Einzelfall überwiegt, hängt stark vom jeweiligen Phänotyp und Hersteller ab. Ein ähnliches Zusammenspiel aus Myrcen und Caryophyllen findet sich auch bei der ebenfalls Indica-dominanten Master Kush, wenn auch mit anderer Terpen-Gewichtung.
Wofür wird Black Russian eingesetzt?
In der allgemeinen Cannabis-Literatur wird Black Russian häufig im Zusammenhang mit Stress, innerer Unruhe, Schlafproblemen sowie chronischen Schmerzen genannt. Einzelne Erfahrungsberichte führen die Sorte außerdem im Zusammenhang mit Appetitlosigkeit an. Für den Schmerzbereich passt das enthaltene Terpen Myrcen ins Bild: Eine im Tiermodell durchgeführte Studie fand entzündungshemmende und schmerzlindernde Effekte von Myrcen bei arthritischen Gelenkbeschwerden, vermittelt über Cannabinoid-Rezeptoren.
Das sind keine sortenspezifisch belegten medizinischen Wirkungen, sondern verbreitete Erfahrungsberichte aus der Cannabis-Community. Ob und wofür die Sorte im Einzelfall geeignet ist, sollte immer gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden. Einen guten Überblick zu medizinischem Cannabis in Deutschland bietet die Patienteninformation des BfArM.
Nebenwirkungen im Überblick
Wie bei den meisten THC-reichen Sorten können Mundtrockenheit und gerötete, trockene Augen auftreten. Bei empfindlichen Personen oder zu hoher Dosierung werden in Erfahrungsberichten zudem gelegentlich Schwindel, Kopfschmerzen oder kurzfristige Angst- beziehungsweise Unruhegefühle beschrieben. Da Black Russian überwiegend sedierend wirkt, kann außerdem ausgeprägte Müdigkeit auftreten, die sich bei ungewohnt hoher Dosierung bis zum Folgetag ziehen kann.
Wer neu im Umgang mit stärker dosiertem Cannabis ist, sollte niedrig dosiert beginnen und die Wirkung abwarten, bevor nachdosiert wird.
Black Russian Sorten und THC-Gehalt im Vergleich
Black Russian ist bei mehreren Herstellern mit leicht unterschiedlichem THC-Gehalt gelistet:
| Produkt | THC | CBD |
|---|---|---|
| Weeco BR 22/1 | 22% | 1% |
| IMC THC22 T06 | 22% | 1% |
| IMC THC 22/1 Black Russian | 22% | 1% |
| Demecan Core Solar 21/1 | 21% | 1% |
Häufig gestellte Fragen zu Black Russian
Black Russian gilt als Indica-dominant, ein Teil der Literatur führt sie sogar als reine Indica. Ein nennenswerter Sativa-Anteil wird ihr in keiner Quelle zugeschrieben.
Je nach Hersteller-Variante liegt der THC-Gehalt bei 21 bis 22 Prozent, in der allgemeinen Cannabis-Literatur wird eine breitere Spanne von etwa 15 bis 24 Prozent genannt.
Am häufigsten wird Beta-Caryophyllen als dominantes Terpen angegeben, ergänzt durch Myrcen und Terpinolen bzw. Limonen, verantwortlich für das süß-erdige, teils fruchtige Aroma.
Die Sorte ist eine Kreuzung aus Black Domina und White Russian, wobei White Russian selbst aus White Widow und AK-47 hervorgegangen ist. Gezüchtet wurde sie von Delicious Seeds.
Bei gerauchten oder verdampften Blüten meist innerhalb weniger Minuten, häufig mit einem kurzen, sanften Auftrieb zu Beginn, der rasch in eine tiefere körperliche Entspannung übergeht.
Hinweis
Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Ob und in welcher Form eine Sorte für die individuelle Behandlung geeignet ist, entscheidet die verschreibende Ärztin oder der verschreibende Arzt.





