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White Widow

White Widow

Kaum eine Cannabis-Sorte wurde weltweit so oft kopiert und unter eigenem Label neu vermarktet wie White Widow, meist verbunden mit demselben Versprechen: ein dichter, fast schneeweißer Trichombelag und eine spürbar aufhellende, energetisierende Wirkung. Genetisch geht die Sorte auf eine Kreuzung aus einer brasilianischen Sativa-Landrasse und einer harzreichen südindischen Indica zurück, die Anfang der 1990er-Jahre bei Green House Seeds stabilisiert wurde. Je nach Hersteller-Variante liegt der THC-Gehalt zwischen 14 und rund 19 Prozent, CBD spielt mit 0 bis 1 Prozent kaum eine Rolle. Als eine der einflussreichsten Sorten der 1990er-Jahre hat White Widow zahlreiche bekannte Kreuzungen wie White Rhino, Black Widow oder White Russian entscheidend mitgeprägt.

Inhalt

  1. White Widow Steckbrief
  2. Aussehen und Wuchs
  3. Die Genetik von White Widow: Drei Züchter, eine Legende
  4. Wirkung und Geschmack von White Widow
  5. Wofür wird die Sorte eingesetzt?
  6. Mögliche Nebenwirkungen
  7. White Widow Sorten und THC-Gehalt im Vergleich
  8. Häufig gestellte Fragen zu White Widow

White Widow Steckbrief

Merkmal Wert
Kategorie Hybrid (teils als sativadominant beschrieben)
THC-Gehalt 14–19% (eigene Varianten)
CBD-Gehalt 0–1%
Dominantes Terpen Limonen
Weitere Terpene Myrcen, Caryophyllen
Genetik Brasilianische Sativa-Landrasse x südindische Indica (Green House Seeds, Niederlande)

Aussehen und Wuchs

Die Blüten sind kompakt und konisch geformt, dabei eher locker und luftig strukturiert. Trotz ihrer Klebrigkeit lassen sie sich leicht zerkleinern. Namensgebend ist der außergewöhnlich dichte, weißliche Trichombelag, der die Blüten bereits während der Blütephase fast schneeweiß erscheinen lässt.

Dazwischen treten dünne, orangefarbene Blütenhaare hervor. Eine ähnlich harzreiche Optik zeigt auch die Indica-Landrasse Hindu Kush, bei der die dichte Trichomschicht ebenfalls als Markenzeichen gilt. Beide Sorten stehen damit für ein Zuchtziel, das in den 1990er-Jahren viele niederländische Seedbanks verfolgten: maximale Harzproduktion.

Die Genetik von White Widow: Drei Züchter, eine Legende

Zur genauen Entstehungsgeschichte von White Widow kursieren mehrere, sich teils widersprechende Versionen. Übereinstimmend gilt die Sorte als Kreuzung einer brasilianischen Sativa-Landrasse mit einer besonders harzreichen Indica aus Südindien (Kerala). Die Genetik wurde Anfang der 1990er-Jahre über die niederländische Zuchtfirma Green House Seeds verbreitet und gewann 1995 den Dutch High Times Cannabis Cup.

Wer die Kreuzung ursprünglich vorgenommen hat, wird unterschiedlich dargestellt. Sowohl der Züchter Ingemar (De Sjamaan) als auch Shantibaba (Scott Blakey) und Arjan Roskam beanspruchen jeweils für sich, die entscheidende Rolle bei Entwicklung und Stabilisierung der Genetik gespielt zu haben. Eine eng verwandte, von Mr. Nice Seedbank vertriebene Linie wird unter dem Namen Black Widow geführt.

Unabhängig von der genauen Urheberschaft zählt White Widow zu den einflussreichsten Sorten der modernen Cannabis-Zucht. Ihre Genetik lebt bis heute in zahlreichen Hybriden fort, etwa in Black Russian, deren Elternlinie White Russian selbst aus White Widow und AK-47 hervorgegangen ist.

Wirkung und Geschmack von White Widow

Konsumierende beschreiben bei White Widow häufig eine spürbar euphorisierende, stimmungsaufhellende und leicht anregende Wirkung. Sie kann mit einem Energieschub sowie erhöhter Gesprächigkeit und Fokus einhergehen, ohne dabei nervös oder unruhig zu wirken. Im weiteren Verlauf geht diese anregende Phase bei vielen Anwendungsberichten in eine mildere körperliche Entspannung über.

Auffällig ist, wie wenig CBD bei White Widow ins Gewicht fällt. Mit 0 bis 1 Prozent liegt der Anteil deutlich unter dem Verhältnis, das in Studien zur gegenseitigen Beeinflussung von THC und CBD meist untersucht wird. Eine 2018 in Translational Psychiatry veröffentlichte Studie fand selbst bei einem CBD:THC-Verhältnis von 2:1, also deutlich mehr CBD als bei White Widow, keine abschwächende Wirkung von CBD auf die psychoaktiven und gedächtnisbeeinträchtigenden Effekte von THC. Bei den ohnehin CBD-armen White-Widow-Varianten ist ein solcher dämpfender Effekt entsprechend kaum zu erwarten, gerade bei den höher dosierten Varianten mit 18 bis 19 Prozent THC empfiehlt sich deshalb ein vorsichtiger Einstieg.

Das Aroma von White Widow wird meist als erdig-holzig mit würzigen und leicht krautigen Noten beschrieben. In manchen Phänotypen kommen frische, an Zitrus erinnernde Akzente hinzu. Verantwortlich für dieses Profil ist laut den vorliegenden Herstellerdaten in erster Linie das dominante Terpen Limonen.

In der allgemeinen Cannabis-Literatur werden daneben häufiger Myrcen (erdig-moschusartig) und Caryophyllen (würzig-pfeffrig) als prägende Terpene genannt. Die genaue Zusammensetzung kann je nach Phänotyp und Anbaubedingungen variieren.

Wofür wird die Sorte eingesetzt?

In der allgemeinen Cannabis-Literatur wird White Widow häufig im Zusammenhang mit Stress, innerer Anspannung sowie gedrückter Stimmung genannt, gelegentlich auch im Kontext von Schmerzempfinden. Das sind keine sortenspezifisch belegten medizinischen Wirkungen, sondern verbreitete Erfahrungsberichte aus der Cannabis-Community.

Ob und wofür die Sorte im Einzelfall geeignet ist, sollte immer gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden. Einen Überblick zu medizinischem Cannabis in Deutschland bietet die Patienteninformation des BfArM.

Mögliche Nebenwirkungen

Wie bei den meisten THC-haltigen Sorten können Mundtrockenheit und gerötete, trockene Augen auftreten. Bei empfindlichen Personen oder zu hoher Dosierung sind auch Schwindel, ein beschleunigter Herzschlag oder kurzfristige Angstgefühle möglich.

Wer neu im Umgang mit Cannabis ist, sollte niedrig dosiert beginnen und die Wirkung abwarten, bevor nachdosiert wird.

White Widow Sorten und THC-Gehalt im Vergleich

White Widow ist bei mehreren Herstellern mit unterschiedlichem THC-Gehalt gelistet:

Produkt THC CBD
WEECO WW 1A 16/1 16% 0,5%
WEECO WW 1A 18/1 18% 0%
Remexian 14/1 14% 0,5%
Remexian 18/1 18% 1%
AMP 18/1 18,6% 1%

Häufig gestellte Fragen zu White Widow

White Widow ist ein Hybrid aus brasilianischer Sativa-Landrasse und südindischer Indica. In der Literatur wird die Sorte teils als ausgewogen, teils als leicht sativadominant eingeordnet.

Je nach Hersteller-Variante liegt der THC-Gehalt zwischen 14 und rund 19 Prozent, CBD bewegt sich meist zwischen 0 und 1 Prozent.

Laut den vorliegenden Herstellerdaten ist Limonen das dominante Terpen. In der allgemeinen Cannabis-Literatur werden häufig zusätzlich Myrcen und Caryophyllen als prägend genannt.

Der Name geht auf den außergewöhnlich dichten, weißlichen Trichombelag zurück, der die Blüten bereits während der Blütephase fast schneeweiß erscheinen lässt.

Verbreitet wurde die Sorte Anfang der 1990er-Jahre über die niederländische Zuchtfirma Green House Seeds. Wer die Kreuzung ursprünglich vorgenommen hat, wird von den beteiligten Züchtern Ingemar, Shantibaba und Arjan Roskam unterschiedlich dargestellt.

Hinweis

Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Ob und in welcher Form eine Sorte für die individuelle Behandlung geeignet ist, entscheidet die verschreibende Ärztin oder der verschreibende Arzt.

Key Takeaways

  • Hybrid aus brasilianischer Sativa-Landrasse und südindischer Indica, Anfang der 1990er-Jahre bei Green House Seeds stabilisiert, Urheberschaft unter den Züchtern umstritten
  • THC-Spanne 14–19% (eigene Varianten), CBD 0–1%
  • Dominantes Terpen laut Herstellerdaten: Limonen, Literatur nennt häufig auch Myrcen und Caryophyllen
  • Bekannt für dichten, fast schneeweißen Trichombelag und euphorisierend-energetisierende Wirkung mit anschließender Entspannung, Ausgangspunkt zahlreicher Kreuzungen wie White Rhino, Black Widow und Black Russian
Tags: Hybrid, Sativa-dominant

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