Amnesia Haze ist eine Sativa-dominante Hybrid-Sorte mit intensiv zerebraler, energetisierender Wirkung. Charakteristisch sind ein zitronig-erdiges Aroma mit würzigen Akzenten und ein Sativa-Anteil, der in der Literatur meist mit 70 bis 80 Prozent angegeben wird, manche Quellen führen die Sorte sogar als nahezu reine Sativa. Je nach Hersteller-Variante liegt der THC-Gehalt zwischen 18 und 28 Prozent, CBD spielt mit 0 bis 1 Prozent kaum eine Rolle. International wird meist eine vorsichtigere Spanne von 15 bis 25 Prozent THC genannt, die tatsächliche Höhe hängt vom Hersteller, Phänotyp und Erntejahrgang ab. Bekannt wurde Amnesia Haze vor allem durch mehrere Cannabis-Cup-Erfolge in den 2000er- und 2010er-Jahren.
Amnesia Haze Steckbrief
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Kategorie | Sativa-dominant (teils auch als reine Sativa geführt) |
| THC-Gehalt | 18–28% (eigene Varianten), Literatur meist 15–25% |
| CBD-Gehalt | 0–1% |
| Dominantes Terpen | Limonen |
| Weitere Terpene | Myrcen, Caryophyllen, Terpinolen |
| Blütezeit | ca. 10–12 Wochen |
| Genetik | Jamaikanische, laotische/thailändische, hawaiianische und afghanische Landrassen bzw. Amnesia x Nevil’s Haze |
Genetische Herkunft: Zwischen Amnesia und Nevil’s Haze
Zur genauen Abstammung von Amnesia Haze kursieren zwei unterschiedliche Versionen. Ein Teil der Quellen führt die Sorte auf den amerikanischen Züchter David Paul Watson zurück. Er soll Anfang der 1990er-Jahre thailändische, jamaikanische, hawaiianische und afghanische Landrassen unter dem Namen Amnesia gekreuzt haben. Diese Linie wurde später in Amsterdam mit Nevil’s Haze gekreuzt, wodurch die heute bekannte Amnesia Haze entstand, ähnlich wie bei der verwandten Sorte Amsterdam Amnesia.
Andere Quellen beschreiben die Genetik allgemeiner als Mischung aus jamaikanischer, laotischer und afghanischer Sativa- und Indica-Landrasse, ohne Nevil’s Haze explizit zu nennen, und verweisen stattdessen auf mehrere niederländische Züchter. Übereinstimmend gilt: Am Anfang stand eine energetisierende jamaikanische Sativa, ergänzt um laotische beziehungsweise thailändische Sativa-Genetik für die charakteristischen Zitrusnoten. Afghanische Indica-Anteile sollen Wuchs und Blütezeit stabilisiert haben. Unabhängig von der genauen Elternkombination gilt Amnesia Haze in nahezu allen Quellen als sativalastig, so wie auch die ebenfalls Haze-geprägte Ghost Train Haze. 2004 und 2012 gewann die Sorte jeweils einen Cannabis Cup, was maßgeblich zu ihrer internationalen Bekanntheit beigetragen hat.
Wuchs, Blüten und Aussehen
Amnesia Haze bildet dicht gepackte, hellgrüne Blüten, die von zahlreichen orangefarbenen Blütenhaaren durchzogen sind. Charakteristisch ist ein silbrig-weißer, dichter Trichombelag, der den Blüten einen glasig-glänzenden, fast frostigen Eindruck verleiht und optisch auf den vergleichsweise hohen THC-Gehalt hindeutet.
Der Wuchs gilt als kräftig und hochstreckend, typisch für sativalastige Genetiken. Angaben zu Wuchshöhe und Ertrag schwanken je nach Quelle und Anbaubedingungen teils erheblich. Auffällig ist die im Vergleich zu vielen anderen Sorten längere Blütezeit von bis zu 10 bis 12 Wochen, ein typisches Merkmal der Haze-Abstammung. Beim Zerreiben der Blüten treten die klebrig-harzigen Trichome deutlich hervor und verstärken den intensiven, zitrusartigen Geruch zusätzlich.
Wirkung und Geschmack von Amnesia Haze
Amnesia Haze zählt zu den bekanntesten, stark wirkenden Sativa-dominanten Sorten. In Erfahrungsberichten wird die Wirkung häufig als zerebral, energetisierend und stimmungsaufhellend beschrieben. Konsumierende berichten von gesteigerter Kreativität, Gesprächigkeit und einem klaren, wachen Kopfgefühl. Manche empfinden die Wirkung als intensiv, vereinzelt sogar als fast psychedelisch, begleitet von einer leicht kichrigen, gehobenen Stimmung.
Der Wirkungseintritt verzögert sich Berichten zufolge oft um 10 bis 15 Minuten, was unerfahrene Konsumierende gelegentlich zum Nachdosieren verleitet. Eine spürbare körperliche Entspannung setzt bei manchen Nutzern erst später ein und fällt insgesamt deutlich schwächer aus als die geistige Wirkung. Wegen des teils hohen THC-Gehalts von bis zu 28 Prozent empfiehlt sich besonders für unerfahrene Konsumierende oder Personen mit Neigung zu Angstzuständen ein vorsichtiger, niedrig dosierter Einstieg.
Geschmacklich wird Amnesia Haze meist als zitronig-erdig mit würzigen, leicht pfeffrigen Untertönen beschrieben, teils ergänzt um blumige oder herbale Nuancen. Manche Beschreibungen nennen zusätzlich Limetten- oder Mandarinen-Akzente sowie eine leicht säuerliche Note beim Ausatmen, die an würzigen Weihrauch erinnert. Der Geruch der Blüten gilt als intensiv und durchdringend.
Verantwortlich für dieses Profil ist vor allem das dominante Terpen Limonen, ergänzt durch Myrcen (erdig-moschusartig), Caryophyllen (würzig-pfeffrig) und Terpinolen (fruchtig-belebend). Eine im Tiermodell durchgeführte Studie fand Hinweise auf angstlösende Effekte von Limonen über die Beeinflussung von Dopamin- und GABA-Signalwegen, was zumindest teilweise zu den in Erfahrungsberichten beschriebenen stimmungsaufhellenden Eindrücken passt.
Wofür wird Amnesia Haze eingesetzt?
In der allgemeinen Cannabis-Literatur wird Amnesia Haze häufig im Zusammenhang mit Stress, gedrückter Stimmung, Erschöpfung sowie Appetitlosigkeit genannt, vor allem wegen der energetisierenden, stimmungsaufhellenden Wirkung. Einige Quellen führen zudem Konzentrationsschwierigkeiten sowie innere Unruhe als Themen an, bei denen Nutzerinnen und Nutzer über positive Erfahrungen berichten.
Das sind Erfahrungsberichte aus der Cannabis-Community, keine sortenspezifisch belegten medizinischen Wirkungen. Ob und wofür Amnesia Haze im Einzelfall geeignet ist, sollte immer gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden. Einen guten Überblick zu medizinischem Cannabis in Deutschland bietet die Patienteninformation des BfArM.
Nebenwirkungen im Überblick
Wie bei den meisten THC-reichen, sativadominanten Sorten können Mundtrockenheit und gerötete, trockene Augen auftreten. Bei empfindlichen Personen oder zu hoher Dosierung sind aufgrund der intensiven zerebralen Wirkung außerdem Herzrasen, Schwindel, innere Unruhe oder kurzfristige Angst- beziehungsweise Panikgefühle möglich. Vereinzelt werden in Erfahrungsberichten auch leichte Kopfschmerzen bei sehr hoch dosierten Varianten genannt.
Wer neu im Umgang mit stärker dosiertem Cannabis ist, sollte niedrig dosiert beginnen, ausreichend Zeit zwischen den Konsumeinheiten lassen und die Wirkung in Ruhe abwarten, bevor nachdosiert wird.
Amnesia Haze Sorten und THC-Gehalt im Vergleich
Amnesia Haze ist bei mehreren Herstellern mit unterschiedlichem THC-Gehalt gelistet:
| Produkt | THC | CBD |
|---|---|---|
| Remexian 18/1 ALL ASH | 18% | 1% |
| Tilray Craft Cannabisblüten THC22 – AMH | 22% | 1% |
| Tilray Craft THC22 AMH | 22% | 1% |
| Tilray Craft THC25 AMH | 25% | 0,1% |
| Tilray Craft THC28 AMH | 28% | 1% |
Häufig gestellte Fragen zu Amnesia Haze
Amnesia Haze ist sativalastig und wird meist als Sativa-dominanter Hybrid mit einem Sativa-Anteil von rund 70 bis 80 Prozent beschrieben, teils auch als nahezu reine Sativa geführt.
Je nach Hersteller-Variante zwischen 18 und 28 Prozent, in der internationalen Cannabis-Literatur wird meist eine Spanne von 15 bis 25 Prozent angegeben.
Ein Teil der Quellen nennt eine Kreuzung des Züchters David Paul Watson (Amnesia) mit Nevil’s Haze, entwickelt in Amsterdam. Andere Quellen beschreiben allgemeiner eine Mischung aus jamaikanischer, laotischer/thailändischer, hawaiianischer und afghanischer Landrassen-Genetik.
Dominant ist Limonen, dazu kommen Myrcen, Caryophyllen und Terpinolen, zusammen verantwortlich für das zitronig-erdige, würzige Aroma.
Bei gerauchten oder verdampften Blüten meist mit leichter Verzögerung von etwa 10 bis 15 Minuten, gefolgt von einer ausgeprägt zerebralen, energetisierenden Wirkung, die im weiteren Verlauf bei manchen Nutzern in eine leichte körperliche Entspannung übergehen kann.
Hinweis
Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Ob und in welcher Form eine Sorte für die individuelle Behandlung geeignet ist, entscheidet die verschreibende Ärztin oder der verschreibende Arzt.





