In den Coffeeshops Amsterdams kursierte in den 1990er Jahren eine Klon-Genetik, die bis heute nachwirkt: Amsterdam Amnesia. Die Sorte gilt als direkter Ableger, teils als eigener Phänotyp der berühmten Amnesia Haze und wird aus klassischen, in Amsterdam kultivierten Klonlinien weitergezüchtet. Mit 15 bis 24 Prozent THC (Literaturangaben reichen bis 25 Prozent) und nur 0 bis 1 Prozent CBD liefert sie eine kraftvolle, klar aktivierende Wirkung. Dieser Artikel fasst Genetik, Wirkung, Aroma und verfügbare Sorten zusammen.
Amsterdam Amnesia im Überblick: Der Steckbrief mit allen Werten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Kategorie | Sativa-dominanter Hybrid |
| THC-Gehalt | 15-24 % (eigene Varianten), Literatur bis 25 % |
| CBD-Gehalt | 0-1 % |
| Blütezeit | ca. 9-10 Wochen |
| Dominantes Terpen | Limonen |
| Weitere Terpene | Terpinolen, Beta-Caryophyllen, Pinen, Myrcen |
| Genetik | Ableger/Phänotyp der Amnesia Haze, Bezug zu Neville’s Haze |
Vom Coffeeshop-Klon zur Amnesia Haze: eine Genetik-Geschichte mit mehreren Versionen
Amsterdam Amnesia geht auf clon-only-Genetik aus dem Amsterdamer Coffeeshop-Underground der 1990er Jahre zurück. Züchter wie Dutch Passion pflegen eine eigene Amsterdam-Amnesia-Linie und berufen sich dabei auf “elite” Amsterdam-Klongenetik sowie auf Neville’s Haze als Elternlinie. Die Sorte wird deshalb meist als direkter Ableger oder Phänotyp der Amnesia Haze eingeordnet, mehr dazu im Amnesia-Haze-Artikel.
Zur Abstammung der Amnesia Haze selbst kursieren allerdings mehrere, teils widersprüchliche Angaben. Version eins nennt Neville’s Haze gekreuzt mit Landrassen aus Thailand, Hawaii, Jamaika und Afghanistan. Version zwei spricht von einer jamaikanischen, laotischen und thailändischen Sativa, gekreuzt mit einer afghanischen Indica. Version drei führt Neville’s Haze x Enemy Of The State als Elternpaar an.
Trotz der uneinheitlichen Quellenlage sind sich alle einig in einem Punkt: Es handelt sich um einen sativa-betonten Hybrid mit einem kleinen, stabilisierenden Indica-Anteil. Auch andere bekannte Haze-Linien wie Ghost Train Haze greifen auf verwandte Genetik zurück, allerdings über einen eigenen Zuchtweg. Amsterdam Amnesia blüht rund 9 bis 10 Wochen und gilt als ausgesprochen widerstandsfähig gegen Schimmel und Schädlinge, was sie auch für anspruchsvollere Anbaubedingungen geeignet macht.
Je nach Hersteller oder Phänotyp taucht die Sorte unter unterschiedlichen Bezeichnungen auf: “Hybrid”, “Sativa” oder “Sativa-dominant”. Diese Uneinheitlichkeit spiegelt letztlich die komplexe Zuchtgeschichte wider und ist bei Amsterdam Amnesia kein Widerspruch, sondern Teil der Herkunft.
Wuchsform, Blütenstruktur und Optik der Amsterdam Amnesia
Die Blüten wachsen vergleichsweise lang, bleiben dabei aber kompakt. Dazu kommen schlanke, typische Sativa-Blätter und kräftige Zweige, die den langen Blütenständen Halt geben. Farblich zeigen sich die Blüten hellgrün, dicht mit Trichomen besetzt und mit einem weißlich-silbrigen Schimmer überzogen.
Zahlreiche orangefarbene Pistillen sorgen für einen deutlichen Farbkontrast zum hellen Blütengrün. Durch den kleinen Indica-Anteil wirken die Blütenstände fester und dichter als bei reinen Sativa-Sorten. In Summe entsteht ein hochwertiger, harzreicher Gesamteindruck, kompakt und robust für eine sativa-geprägte Sorte.
Amsterdam Amnesia in Wirkung und Aroma: zwei Tabs im Detail
Amsterdam Amnesia ist ein kraftvoller, klar aktivierender Sativa-Hybrid. Konsumenten berichten von einer energetischen, euphorisierenden und stimmungsaufhellenden Wirkung mit einem spürbaren “Kopf-Rush”. Häufig genannt werden gesteigerte Kreativität, mehr Fokus, gedankliche Klarheit und gute Laune.
Die Sorte gilt als sozial und gesprächig und wird eher tagsüber konsumiert als am Abend. Körperliche Entspannung stellt sich meist erst gegen Ende des Rauschverlaufs ein. Die Wirkung setzt zügig ein, fällt intensiv aus und hält lange an, was sie für unerfahrene Konsumenten potenziell überwältigend macht. Ab etwa 20 Prozent THC empfiehlt sich ein vorsichtiger Einstieg mit niedriger Dosis.
Geschmacklich dominiert eine intensive, zitrusbetonte Note aus Zitrone und Limette, ergänzt durch würzig-frische Haze-Nuancen. Im Hintergrund stehen erdig-holzige, leicht harzige Untertöne, teilweise mit einem Hauch Weihrauch oder Kiefernholz im Abgang.
Terpenologisch dominiert Limonen, das für die frisch-zitrische, stimmungsaufhellende Note verantwortlich ist. Terpinolen steuert eine frisch-würzige, kräuterartige Komponente bei, während Beta-Caryophyllen für pfeffrig-holzige Akzente sorgt. Dieses Terpen bindet als einziges bekanntes Pflanzenterpen direkt an CB2-Rezeptoren, wie eine im Fachjournal PNAS veröffentlichte Studie zeigt. Geringe Anteile Pinen und Myrcen runden das Profil erdig-harzig ab.
Anwendungsbereiche laut Erfahrungsberichten
In Erfahrungsberichten wird Amsterdam Amnesia vor allem bei Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und gedrückter Stimmung erwähnt. Diese Angaben sind nicht medizinisch belegt, sondern spiegeln subjektive Anwendungserfahrungen wider. Aufgrund der aktivierenden, aufhellenden Wirkung eignet sich die Sorte eher für den Einsatz am Tag als für die Abendentspannung.
Allgemeine, unabhängige Patienteninformationen zu medizinischem Cannabis stellt außerdem die Bundesopiumstelle des BfArM bereit.
Mögliche Nebenwirkungen von Amsterdam Amnesia
Am häufigsten werden Mundtrockenheit sowie gerötete oder trockene Augen genannt. Bei hoher Dosis oder in Stresssituationen können außerdem beschleunigter Herzschlag, innere Unruhe und kurzfristige Angstgefühle auftreten.
Vereinzelt berichten Konsumenten von kurzfristigen Konzentrations- oder Gedächtnisproblemen, passend zum Namen der Sorte. Diese Effekte klingen erfahrungsgemäß folgenlos ab. Empfohlen wird deshalb, niedrig dosiert zu beginnen und die individuelle Verträglichkeit langsam zu steigern.
4 Sorten der Amsterdam Amnesia im Wirkstoffvergleich
Amsterdam Amnesia ist unter mehreren Produktnamen mit unterschiedlichen THC- und CBD-Gehalten erhältlich. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über vier aktuell gelistete Varianten.
| Produkt | THC | CBD |
|---|---|---|
| Cannamedical Sativa Forte NM | 24,4 % | 1 % |
| Cannamedical Sativa Classic NM | 20 % | 0,5 % |
| Social Choice 18/1 LUX AMA | 18 % | 1 % |
| Remexian 15/1 LUX AMA | 15 % | 1 % |
Häufige Fragen zu Amsterdam Amnesia
Amsterdam Amnesia ist ein sativa-dominanter Hybrid. Je nach Hersteller oder Phänotyp wird sie auch schlicht als “Sativa” oder als “Hybrid” geführt, das kleine Indica-Erbe stammt aus der Abstammung der Amnesia Haze.
Je nach Variante liegt der THC-Gehalt zwischen 15 und 24 Prozent, in der Literatur werden vereinzelt Werte bis 25 Prozent genannt. Der CBD-Gehalt bewegt sich meist zwischen 0 und 1 Prozent.
Dominant ist Limonen, gefolgt von Terpinolen und Beta-Caryophyllen. Kleinere Anteile Pinen und Myrcen runden das erdig-harzige Aroma ab.
Der Name verweist zum einen auf die Herkunft aus dem Amsterdamer Coffeeshop-Underground der 1990er Jahre, zum anderen auf die enge Verwandtschaft zur Amnesia Haze. Der Zusatz “Amnesia” bezieht sich dabei auf gelegentlich berichtete, kurzfristige Konzentrations- oder Gedächtniseffekte.
Die Wirkung setzt in der Regel zügig ein und fällt intensiv sowie langanhaltend aus. Unerfahrene Konsumenten empfinden den Einstieg teils als überwältigend, weshalb ab etwa 20 Prozent THC eine niedrigere Einstiegsdosis empfehlenswert ist.
Hinweis
Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Ob und in welcher Form eine Sorte für die individuelle Behandlung geeignet ist, entscheidet die verschreibende Ärztin oder der verschreibende Arzt.





